Baden-Württemberg plant Ladesäulen für E-LKW, Netzengpässe bedrohen Umsetzung
Baden-Württemberg hat den Ambitionen, bis 2035 rund 13.000 Ladesäulen für elektrische Lastkraftwagen (E-LKW) zu errichten, um die CO2-Emissionen im Verkehrszweig zu reduzieren. Eine Studie des Verkehrsministeriums legt den Fokus auf den Bedarf an Ladepunkten: 80 Prozent der verkehrsbedingten CO2-Emissionen stammen von schweren Lastfahrzeugen.
Bis 2027 sollen 1.800 Ladestationen für E-LKW bereitstehen, 2030 wird mit 6.350 und 2035 mit 13.250 Ladepunkten gerechnet. Im Ort Lahr im Ortenaukreis jedoch tritt ein Netzengpass in den Weg: Ein Tankstellenbetreiber hat einen Antrag auf zehn Ladesäulen für E-LKW gestellt, die eine Gesamtleistung von acht Megawatt haben.
Der Antrag wurde abgelehnt, da der Netzanschluss wegen eines Netzengpasses nicht möglich ist. Auch andere Anträge wurden abgelehnt.
Das Elektrizitätswerk Mittelbaden bestätigte, dass größere Netzanschlüsse mit einer Kapazität von einem oder mehr Megawatt gar nicht oder höchstens eingeschränkt genehmigt werden können. Der Netzengpass im übergeordneten Netz von Netze BW geht auf einen gestiegenen Strombedarf durch Wärmepumpen, Elektroautos und KI-Rechenzentren sowie einen erhöhten Strombedarf in der Industrie zurück.
Netze BW erklärt den Engpass mit einem schneller steigenden Bedarf, als der Ausbau erfolgt. Der Betreiber plant nun einen Antrag für eine einzelne E-LKW-Ladesäule und möchte einen Batteriespeicher anschaffen, um Engpässe überbrücken zu können.
Die Umsetzung dieser Pläne hängt von der Lösung des Netzengpasses ab, die Netze BW arbeitet daran.
